De lærdes identitet og fællesskab i den danske helstat. Fædrelandspatriotiske og transnationale selvforståelser i anden halvdel af det 18. århundrede

Forfattere

  • Mikkel Munthe Jensen

Resumé

Identität und Gemeinschaftsgefühl der Gelehrten im dänischen Gesamtstaat. Vaterlandspatriotisches und transnationales Selbstverständnis in der zweiten Hälfte des 18. JahrhundertsIn diesem Artikel werden die Identität und das Gemeinschaftsgefühl der Gelehrten des dänischen Gesamtstaates in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts untersucht. Auf Basis einer Analyse der Kommunikationsstrukturen, der Gemeinschaft und des Selbstverständnisses der Gelehrten, anhand klassischer Quellenmaterialen wie Briefe, Reisetagesbücher, Gedächtnisreden und wissenschaftlichen Publikationen der Gelehrten sowie einer zu diesem Zweck angelegten prosopographischen Datenbank von 306 Professoren, wird argumentiert, dass die Identität und Gemeinschaftsgefühl der Gelehrten durch zwei Dichotomien gekennzeichnet war.Die erste Dichotomie bestand zwischen der patriotischen Idee des Vaterlandes einerseits und der transnationalen Vorstellung der Gemeinschaft der Gelehrten andererseits als den grundlegenden Elementen der Identität des Gelehrtentums der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dabei wird das Kräfteverhältnis zwischen diesen Vorstellungen nicht als Kampf zwischen zwei gegensätzlichen Selbstverständnissen betrachtet, sondern als ein Gewichtungsstreit zwischen zwei koexistierenden Ideen. So besaßen die Gelehrten nicht nur ein Zugehörigkeitsgefühl und eine Verpflichtung zum Vaterland, sondern auch zur transnationalen Gelehrtengemeinschaft in der Gelehrtenrepublik. Sie übten ihre Tätigkeit sowohl zum Wohle des Vaterlandes als auch zum Wohle der Akademia aus.Durch diese Doppelung unterschieden sich die Gelehrten – was die Identität betraf – vom Rest der breiten Bürgerschaft, mit der sie sozial und wirtschaftlich im Laufe des 18. Jahrhunderts verbunden worden waren. Die zweite Dichotomie bestand zwischen der Idee und der Wirklichkeit. Die Beteiligung der gesamtstaatlichen Gelehrten an der Gemeinschaft der Gelehrten war in der Realität transnational, aber mit deutlichen Tendenzen zu einer dänischdeutschen Abgrenzung. Das heißt, dass während die Gelehrtengemeinschaft in ihrer Vorstellung politisch, kulturell, sprachlich und auch konfessionell transnational war, orientierte sie sich in der Realität an den nordwesteuropäischen, insbesondere den deutschen, reformierten Ländern.Durch seine transnationale Perspektive problematisiert dieser Artikel die bisher in Dänemark vorherrschende am Patriotismus orientierte Identitätsforschung des 18. Jahrhunderts und argumentiert, dass unter den Bürgern des Gesamtstaates kein homogenes, patriotisches Identitätsgefühl existierte. Die Gelehrten hatten weder ihr transnationalen Orientierung noch ihr Erbe der früheren Gelehrtenrepublik aufgegeben, sondern es vielmehr in den Patriotismus integriert.

Forfatterbiografi

Mikkel Munthe Jensen

Downloads

Publiceret

2013-09-18

Citation/Eksport

Jensen, M. M. (2013). De lærdes identitet og fællesskab i den danske helstat. Fædrelandspatriotiske og transnationale selvforståelser i anden halvdel af det 18. århundrede. Historisk Tidsskrift, 113(1). Hentet fra https://tidsskrift.dk/historisktidsskrift/article/view/56591