Den cykliske formproces i Anton Bruckners Symfoni nr. 8 og dens arketypiske grundlag

Til Jes Bertelsen

Authors

  • Bo Marschner

Abstract

Es ist der Auseinandersetzung mit Bruckners Symphonik, wie sie sich in der bisherigen Forschung aussert, eigentlich nie recht gelungen, die allgemein gespürten und oftmals erörterten geistigen Bedeutungsinhalte dieser Musik mit stimmigen formalen Analysen zu vereinigen.

Von hier aus ergibt sich die Tatsache, dass die Bruckner-Literatur grundsatzlich zerklüftet ist, in eine ästhetisch-wertschärtzende Abteilung einerseits, andererseits in eine musikalisch-analytische Sparte von meist sehr traditionellem Gehalt, im Vergleich zu der ersten Kategorie.

Obschon wissenschaftliche Beiträge wie namentlich das Standardwerk von Ernst Kurth über Bruckner (siehe auch Schultz und Barford in theoretischer Hinsicht manche Ansatze zur Uberwindung dieser ungünstigen Sachlage darbieten, bedurfte es bis jetzt noch einer praktischen Ausführung der oben erwähnten Aufgabe.

Was gefehlt hat, um die beiden (inner-, bzw. aussermusikalischen) Bedeutungsschichten der Musik analytisch in Einklang zu bringen, ist eine objektivere Basis als die, die man in der bisherigen musikalischen Hermeneutik besass.

In der sogenannten Energetik der analytischen Psychologie sieht der Verfasser die Möglichkeit, einen archetypischen Prozess auszuwerten, den man für ein musikanalytisch anwendbares Werkzeug halten kann, weil 1) dieser Grundprozess sich zeitweilig in jeder menschlichen Psyche abspielt; 2) er detailliert beschrieben, sowie reproduzierbar und analysierbar ist; 3) dieser Archetypus bei Bruckner spezifisch konstelliert und wirksam zu sein scheint, und weil endlich 4) der betremmde Prozess signifikante Ähnlichkeiten mit allgemeinen Grundzügen der symphonischen Konzeption im späteren 19. Jahrhundert, und besonders mit Bruckners Werktypus, aufweist.

Der Verfasser hat in der vorliegenden Abhandlung den Versuch unternommen, die neunmonatliche, sogenannte Traum-Schwangerschaft (die Grundstruktur einer zusammenhängenden Traumserie, siehe Fig. 1) als Modell in Relation zu den Ecksätzen in Bruckners 8. Symphonie zu überprüfen. Auch der alkymischen Phänomenologie, einem direkten Seitenstück zum Phänomen der Traumserie, wird eine Rolle zugeteilt, als Referenz für die musikalisch-energetische Analyse.

Gemeinsam für diese, hypothetisch mit einander verbundenen Prozesse – die individuatorischen und den symphonischen – ist ihr auffallender Charakter eines Verwandlungsvorganges. Sie gehen alle von einem subjektiven Problem aus, um schliesslich in Integration und Ganzheit einzumünden (in Symbolik der Wiedergeburt gestaltet), wobei es als ein charakteristisches Merkmal gilt, dass Anfangs- und Endphase spezifisch mit einander verknüpft sind.

In der Analyse (Kap. III) gelingt es, anhand der reich belegten Ausführungen von C.G. Jung und J. Bertelsen, sämtliche Stadien in dem archetypischen Wandlungsprozess auch im symphonischen Prozess bei Bruckner nachzuweisen. Dem Verlauf des ersten Satzes entspricht die erste Hälfte des gesamten Wandlungsvorgangs: Auflösung von gegensätzlichen (kategorialen) musikalischen Inhalten, bzw. Energien (1. bis 5. Monat der Traumschwangerschaft); während der Finalsatz sich dem Verlauf der zweiten Traumseriehälfte (5. bis 9. Monat) entsprechend gestaltet: Reformulierung samt neue Zusammensetzung der aufgelösten kategorialen musikalischen Elemente, mit einer Wiedergeburt des allerersten Themas schliessend.

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Published

1982-01-01

How to Cite

Marschner, B. (1982). Den cykliske formproces i Anton Bruckners Symfoni nr. 8 og dens arketypiske grundlag: Til Jes Bertelsen. Danish Yearbook of Musicology, 12. Retrieved from https://tidsskrift.dk/dym/article/view/165124