Publiceret 15.12.1989
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Resumé
Die Abhandlung ist eine erweiterte Fassung der Opposition des Verfassers als erster offizieller Opponent der theologischen Fakultät, als Propst Jørgen Ertner (= JE) im September 1988 seine Abhandlung: Peder Palladius’ lutherske teologi (Akademisk forlag, Kopenhagen 1988, 766 S.) an der Universität Kopenhagen als Habilitationsschrift verteidigte.
In der Einleitung wird JE in die dänische theologische Forschungstradition eingeordnet, und seine These wird vorgestellt: Peder Palladius - der erste lutherische Bischof Seelands (Kopenhagens), 1537-1560 - vereinigte in seiner Theologie die Einflüsse, die er aus Wittenberg von Luther und Melanchthon empfangen hatte. Er tat dies in der Weise, daß er stets vor der Theologie Luthers ausging, diese aber im Sinne Melanchthons auslegte und anwandte. Deshalb war es Melanchthon, der den entscheidenden Einfluß auf seine theologische Auffassung hatte. Die große Forschungsarbeit JE’s wird gewürdigt. In hervorragender Weise hat er das umfassende lateinische Werk von Palladius quellenkritisch behandelt, und er hat durch seine Einzelanalysen und seine umfassende Kenntnis der Schiften der deutschen Reformatoren oft bislang unbekannte Forschungsergebnisse vorlegen können.
Danach nimmt der Verf, kritisch zu einigen methodischen Problemen der Abhandlung Stellung. Es handelt sich dabei u.a. um die Disposition, den Umfang des Buches, die vielen überflüssigen direkten Zitate, den wechselhaften Gebrauch der Anmerkungen >und den fatalen Mangel eines Registers. Auch wird kritisiert, daß sich JE nicht für die erhaltenen Handschriften von Palladius interessiert hat, sondern nur mit veröffentlichtem Material gearbeitet hat. An einigen Beispielen werden einige unglückliche Folgen dieser Methode aufgezeigt.
Danach konzentriert sich die Abhandlung ausschließlich auf die Kapitel III: »Die Predigten Luthers und Palladius’«, und IV: »Die Funken von der Kanzel Luthers« (JE, S. 198-324), in denen JE das Buch: Enarrationes lectionum evangelicarum iuxta Dominicarum ordinem, scriptae a reuerendo uiro Petro Palladio Doctore Theologie?, qvi eas bona fide excerpitpublice recitatas a reuerendo uiro Martino Luthero ... Wittenberg 1560, behandelt. JE kommt zu dem Ergebnis, daß das Buch von Palladius stammt und daß es auf Predigten Luthers beruht, die dieser in Wittenberg gehört hat. Sie sind aber von ihm bearbeitet worden, und hier hat er vor allem Melanchthons Annotationes in Evangelia (1544) und seine Psalmenvorlesungen verwendet, die in den Postilla Melanchthonia später gedruckt worden sind.
Durch eine Reihe von Einzelanalysen einzelner Predigten dieses Buches versucht die Abhandlung zu zeigen, daß diese Auffassung nicht stichhaltig ist. Das Buch erschien erst nach dem Tode von Palladius, die Vorrede ist von Melanchthon verfaßt, und weder formal noch sachlich handelt es sich um Predigten Luthers. Nichts deutet auf Palladius als Autor hin. Die Perikopenreihe entspricht nicht der damals in Dänemark geltenden, auch sprachliche Merkmale zeigen, daß es nicht für dänische Pfarrer gedacht war. Es ist möglich, daß ihm einige Aufzeichnungen von Palladius zugrunde gelegen haben, aber insgesamt handelt es sich sicher um das Werk eines anderen, vielleicht deutschen Melanchthonschülers, der stark von der lutherischen Hauspostille Veit Dietrichs aus dem Jahre 1544 abhängig ist.
Übersetzung: Eberhard Harbsmeier