Publiceret 15.12.1990
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Resumé
Die Dorfkirche zu Kippinge auf Falster war im Spätmittelalter eine viel besuchte Wallfahrtskirche, da sich dort das Mirakel der blutenden Hostie ereignet hatte. Seltsamerweise wurde die Kirche nach der Reformation noch im 17. Jahrhundert jährlich von Tausenden besucht, die hier offenbar Trost und Heilung suchten. Die Kirche erhielt eine reiche Ausschmückung, die zum grössten Teil noch heute bewahrt ist. Darunter befindet sich ein Chorgitter, das im Jahre 1680 mit 12 Bildern ausgemalt wurde. Jedes der Bilder zeigt die Braut des Hohenliedes, bzw. die minnende Seele, in einer Situation, welche in einem vierzeiligen Vers erklärt wird, entweder buchstäblich oder allegorisch, bisweilen beides zugleich. Diese Motivreihe, die in dänischen Kirchen sehr selten ist, hat als Quelle das Buch von dem spiritualistischen Strassburger Daniel Sudermann, »Hohe geistreiche Lehren«, 1622. Der Aufsatz vergleicht die dänischen Bilder und Verse mit Sudermanns Buch: der Maler hat mehrfach die kargen Stiche bereichert, die Verse aber geben nur notdürftig Sudermanns reiche Verse und Erklärungen wieder. Dafür kann man in der gleichzeitigen dänischen Literatur Gedichte genug finden, welche als Auslegung der Bilder hätten dienen können, ein Beweis dass auch damals, in der Blütezeit der lutherischen Orthodoxie, eine Offenheit für die allegorische Poesie des Hohenliedes vorhanden war.