1991: Kirkehistoriske Samlinger
Artikler

I nazismens brændpunkt : Danske præsters virke i Berlin og Hamburg 1933-1945

Publiceret 15.12.1991

Citation/Eksport

Corfix, Martin. 1991. “I Nazismens brændpunkt : Danske præsters Virke I Berlin Og Hamburg 1933-1945”. Kirkehistoriske Samlinger, december, 165-91. https://tidsskrift.dk/kirkehistoriskesamlinger/article/view/160483.

Resumé

Zum Kapitel der dänischen Kirchengeschichte in Deutschland während der NS-Zeit gehört auch das Engagement dreier dänischer Pfarrer in Berlin und Hamburg.
Im Jahr 1933 erlebte H. N. Blauenfeldt, der Gesandtschaftsprediger der dänischen Kirche in Berlin, die nationalsozialistische Machtüber-nähme und wurde in den folgenden Jahren ständig in den deutschen Kirchenkampf auf der Seite der »Bekennenden Kirche« einbezogen. Im Jahr 1934 nahm er an der Dahlem-Synode teil, die den Beginn der Organisierung der »Bekennenden Kirche« bezeichnete. Später benutzte der »Bruderrat der Bekennenden Kirche« in Berlin die dänische Pfarrerwohnung, um sich in ungestört von der Gestapo versammeln zu können.
1937 bis 1939 verschaffte Blauenfeldt deutschen Pfarrern aus der »B.K.«, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, die Möglichkeit eines Erholungsurlaubes in dänischen Pastoraten.
Ab 1943 bis Kriegsende besuchten der dänische Seemannspfarrer Sophus Boas aus Hamburg und der Gesandtschaftsprediger Axel Jeppesen aus Berlin dänische Widerstandskämpfer, die nach Verurteilung vor deutschen Kriegsgerichten in deutsche Gefängnisse und Zuchthäuser deportiert worden waren. Obwohl es den Dänen eigentlich nicht gestattet war, Besuch zu empfangen, gelang es den Pastoren in den meisten Fällen über verschiedene Wege in die Strafanstalten hereinzukommen. Sie schmuggelten für die Häftlinge, die wegen der völlig unzureichenden Ernährung und brutalen Behandlung unter schwersten Krankheiten litten, sowohl Medizin, Vitaminpräparate, Lebensmittel als auch Zigaretten hinein. Nach ihren Besuchen gaben die Pfarrer laufend Informationen über die jeweiligen Aufenthaltsorte der Gefangenen an das dänische Aussenministerium weiter.
Jeppesen war ausserdem an dem illegal organisierten »Dänischen Hilfscorps« beteiligt, der zum Ziel hatte, im Falle eines deutschen Zusammenbruchs die skandinavischen Häftlinge aus deutschen Strafanstalten und KZ-Lagern mit Bussen zurück nach Dänemark zu bringen. Durch Verhandlungen mit Heinrich Himmler gelang es Folke Bernadotte, dem Vorsitzenden des Schwedischen Roten Kreuzes, die zentrale Unterbringung aller skandinavischen Häftlinge im KZ-Neuengamme durchzusetzen. Ziel dieser Massnahme sollte der endgültige Rücktransport der Gefangenen in ihre Heimatländer sein. Aufgrund der zu diesen Zeitpunkt bereits chaotischen Zustände in deutschen Strafanstalten waren die Listen der Pastoren über die Aufenthaltsorte der Häftlinge von unschätzbarem Wert. Mit Hilfe dieser Informationen konnten das Schwedische Rote Kreuz und das »Dänische Hilfscorps« im März/April 1945 innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums die Aktion erfolgreich durchführen.